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22.06.12

SunCoal Industries Preisverleihung: "Deutschland: Land der Ideen" Wettbewerb 2012

LUDWIGSFELDE - Eine bislang zwölfköpfige Firma im Industriepark Ludwigsfelde bekam gestern dutzendfach Besuch: Die Firma Sun-Coal Industries war Anfang des Jahres wie berichtet als einer von 365 Preisträgern 2012 von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ nominiert worden. Am 7. Juni sollte sich das Unternehmen, das biologische Reststoffe wie Grünschnitt zu Biokohle macht, in großem Rahmen präsentieren können. Das geschah gestern. Auch wenn die Würdigung mit einer Urkunde und einer Plastik eher symbolisch war, zählt für die beiden Geschäftsführer Friedrich von Ploetz und Tobias Wittmann vor allem, „dass wir damit eine ganz andere Aufmerksamkeit bekommen und für uns werben können“.


Ihre patentierte Technologie nennen sie Carboren. Die Biomasse wird dabei unter einem Druck von etwa 20 Bar auf rund 200 Grad erhitzt. Dann werde die feuchte Masse „durch geschickte Prozessführung und mit wenig Energieaufwand zu trockener Biokohle und damit zu einem qualitativ hochwertigen Biobrennstoff umgewandelt“, heißt es in Sun-Coal-Prospekten. Rückstände fielen dabei nicht an und das Produkt sei CO2-neutral; es würde nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie die Pflanzen beim Wachstum aufgenommen haben. Die Pilotanlage für das Verfahren steht an der Rudolf-Diesel-Straße, dort können pro Stunde 200 Kilogramm Grünschnitt „zu etwa 100 Kilogramm Kuchen verarbeitet werden“, erklärt Wittmann.

(links nach rechts) Frau Christina Nuhr, Land-der-Ideen; Dr. Wiegel, ICU; Herr Wiegand, Deutsche Bank;
Herr von Ploetz, SunCoal; Herr Fell, MdB, Dr. Wittmann, SunCoal; Foto: Suncoal, Amy Frantz

Die von Sun-Coal projektierten Anlagen sollen jährlich zwischen 10 000 und 100 000 Tonnen Biomasse verarbeiten. Noch arbeitet keine. Für eine im Ludwigsfelder Birkengrund wurden voriges Jahr die Bauunterlagen eingereicht. „Das ist alles mühseliger als gedacht“, sagt von Ploetz. Dennoch bereut der 34-jährige Kaufmann sein Weggehen aus der Unternehmensberatung Berger nicht, sondern findet den avisierten Weg mit seinem Partner, dem 35-jährigen promovierten Verfahrensingenieur Wittmann, „spannend“. Inzwischen gebe es Anfragen für solche Anlagen aus Süostasien und Amerika. Dort sei der Markt deutlich größer als mit den auf gut vier Millionen Jahrestonnen geschätzten deutschen Markt. „Wenn wir dort Fuß fassen, dann könnten wir auch Reste aus der Zuckerrohr- oder Palmölverarbeitung oder aus der Fruchtsaft- , Papier- und Zelluloseproduktion aufkaufen“, erklären die Unternehmer. Rund sechs Millionen Euro sind bisher in die Entwicklung ihrer Technologie geflossen. Geld, das großteils von privaten Investoren stamme „und zu einem kleinen Teil Fördermittel von der EU, vom Bund und vom Land sind“, wie die Männer erklären.

Der Ludwigsfelder Bürgermeister freut sich über die Firma und deren Pläne. Frank Gerhard (SPD) sagte der MAZ: „Das ist für uns als Standort auch deswegen super, weil wir damit, wenn das Erfolg hat, nicht nur als Automobilstandort wahrgenommen werden. Alle reden von Energiewende – hier passiert was.“ Er sieht Sun-Coal „als Botschafter für unsere Stadt im Energiebereich“. Die Auszeichnungsstunde bei Sun-Coal erlebte gestern auch Iris Feldmann, die Leiterin des Projekts Bioenergie-Region Ludwigsfelde. Für sie ist die Firma ein wichtiger Partner: „Ich bin neugierig auf die Realisierung. Spannend ist: Woher kommt das Material, das verarbeitet wird, und wo geht das Produkt hin.“ (Von Jutta Abromeit)

Quelle: MAZ, 08.06.2012

 

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