Der Pellet-Markt in Deutschland / Förderung

Holzpellets, im Jahr 2000 hinsichtlich der Produktionsmenge im Vergleich zu anderen Festbrennstoffen kaum der Rede wert und in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, haben in den zurückliegenden Jahren eine beachtliche Karriere vollzogen. Sägewerksbesitzer und andere Investoren haben seither Kapazitäten für die Pelletproduktion von über 2,5 Mio. Tonnen aufgebaut. Weitere Pelletwerke sind derzeit noch in Bau und Planung.

Mit Ausbau der Pelletproduktion geht eine dynamische Entwicklung der Vertriebsstrukturen zur Bereitstellung von Holzpellets auf Großhandels- und Einzelhandelsebene einher. Immer mehr Unternehmen – auch aus dem klassischen Brennstoffhandel – nehmen den Vertrieb von Holzpellets mit Silowagen, in Bigbags oder als Sackware auf.

Die Jahresproduktion 2008 betrug rd. 1,5 Mio. Tonnen Holzpellets. Hiervon werden etwa 900.000 Tonnen im Inland verbraucht. Etwa 600.000 Tonnen Holzpellets gingen in den Export, vorwiegend in die Niederlande und in skandinavische Länder für den Einsatz zur Stromerzeugung in Kohle-Kraftwerken.

Der Deutsche Energie-Pellet Verband (DEPV) erwartet im laufenden Jahr 2009 einen weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten und eine weitere Steigerung der Pelletproduktion. 

Im Einklang mit der steigenden Holzpelleterzeugung hat sich auch der Markt für Pelletöfen und Pelletzentralheizungen entwickelt, die Holzpellets als Brennstoff nutzen. Pelletheizungen ermöglichen den vollautomatischen Betrieb mit Holz als Brennstoff in einem Nennleistungsbereich ab ca. 6 kW. Pelletheizungen werden für die unterschiedlichsten Leistungsbereiche bis hin zu Anlagen im Megawattbereich zur Wärmeversorgung in Nahwärmenetzen angeboten.

Pelletheizungen zeichnen sich durch sehr hohe Wirkungsgrade und gute Umweltwirkungen, insbesondere sehr niedrige Staubemissionen, aus. Bemerkenswert ist, dass rund 60 % aller installierten Pelletheizungen mit Solarwärmeunterstützung und Pufferspeicher ausgeführt werden.

Förderung

Der Bund fördert die Entwicklung des Pelletheizungsmarktes über die Förderprogramme des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) im Rahmen der Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich maßgeblich. Wer umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an Altbauten plant oder aber ein Energiesparhaus oder Passivhaus erwerben oder errichten möchte, sollte die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Programmbereich „Bauen, Wohnen, Energiesparen“ nutzen. Im Rahmen der KfW-Programme zur CO2-Minderung sowie Gebäudesanierung (siehe www.kfw-foerderbank.de) werden zinsgünstige Darlehen und ggf. ein Teilschulderlass gewährt. Bei Bau- oder Modernisierungsvorhaben kann die Installation einer Pelletheizung aufgrund der weitgehenden CO2-Neutralität und des geringen Primärenergieverbrauchs einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Förderanforderungen leisten.

Unabhängig von den o. g. Fördermöglichkeiten kommt den Holz- bzw. Pelletheizungen auch eine besondere Bedeutung bei Neubauvorhaben oder Umbaumaßnahmen im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu. Da der Brennstoff Holz mit einem gegenüber fossilen Energieträgern sehr geringen Primärenergiefaktor von nur 0,2 in die Berechnungen eingeht, können die baurechtlichen Anforderungen bzw. der gemäß EnEV begrenzte Primärenergiebedarf von Wohnungen und Gebäuden durch den Einbau einer Pelletheizung günstiger erreicht werden. Bei der Planung von Gebäuden und Wohngebieten ist dies ein wichtiges Argument für die Entscheidung zugunsten von Pelletheizungen und Scheitholzvergaserkesseln bzw. von Biomasse-Heizwerken zur Versorgung von öffentlichen Gebäuden und Wohngebieten über ein Nahwärmenetz.

 

Datenbank und Broschüren

Hersteller von Holzpellets und Brennstoff-/Pelletshändler können in der Datenbank Bioenergie der recherchiert werden. Sie gibt auch Auskunft über die verschiedenen am Markt angebotenen Pelletheizungsmodelle. Die Marktübersicht „Pelletzentralheizungen und Pelletöfen" wird von der zudem als Broschüre herausgegeben. Im Bereich Mediathek kann weiteres Material bestellt oder heruntergeladen werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Holzpellets der sowie auf folgenden Internetseiten

© www.nachwachsende-rohstoffe.de