Hemmstoffe
Der Vergärungsprozess ist empfindlich gegenüber Störungen. Diese können aus betriebstechnischen Gründen hervorgehen oder durch Hemmstoffe hervorgerufen werden. Hemmstoffe können bereits in geringen Mengen negativ auf die Bakterien und somit auf den Abbauprozess wirken.
Diese werden zum Einen durch die Substratzugabe in den Fermenter eingebracht oder gehen zum Anderen aus Zwischenprodukten einzelnen Abbauschritten hervor.
So kann z.B. eine übermäßige Substratzugabe in den Fermenter den Gärprozess hemmen, da sich grundsätzlich jeder Inhaltsstoff eines Substrates in zu hohen Konzentrationen schädlich auf die Bakterien auswirken kann.
Zudem können Desinfektions- und Hygienisierungsmittel, Antibiotika, Lösungsmittel, Herbizide oder Schwermetalle den Gärprozess bereits in geringen Mengen hemmen. Dies gilt auch für wichtige Spurenelemente. Diese können in zu hohen Konzentrationen toxisch für die Bakterien sein, da Mikroorganismen auch für diese Stoffe eine gewisse Toleranz besitzen.
Der Schwefelwasserstoff ist wiederum ein Produkt des Gärprozesses, welcher in gelöster Form als Zellgift ebenfalls den Abbauprozess hemmen kann. Schwefel ist allerdings ein essentielles Spurenelement und damit ein wichtiger Mineralstoff der methanbildenden Bakterien.
Auch zu hohe Ammonium-Konzentrationen hemmen die Methanproduktion, weshalb Geflügelkot und gelegentlich auch Schweinegülle verdünnt oder mit stickstoffarmen Kosubstraten vermischt werden.

